von Ulrike Lindner
Hand aufs Herz: Haben Sie schon mal daran gedacht, ihr Kind zur Nachhilfe zu schicken oder es bereits getan? Dann liegen Sie im Trend. Bereits jeder dritte bis vierte Schüler nimmt private Unterstützung in Anspruch um die Noten aufzubessern – und das oft trotz guter Leistungen.
Auch wer „nur“ bei der Note Drei oder besser steht, geht nach einer aktuellen Studie schon zum Nachhilfelehrer. Die bevorzugten Fächer sind Deutsch, Mathe und Englisch. In den einschlägigen Nachhilfeschulen oder bei privaten Hilfslehrern wie Studenten oder pensionierten Lehrern aus der Nachbarschaft geben sich daher die Schüler nachmittags die Klinke in die Hand. Sogar schon Grundschüler lassen sich professionell helfen, etwa fünf Prozent sollen es sein, Tendenz steigend.
Nachhilfe fördert gezielt
Schüler, die trotz guter Noten im Anschluss an den Unterricht die (private) Schulbank drücken, haben gute Gründe dafür. Denn professioneller Nachhilfeunterricht kann realisieren, was in den überfüllten Klassen oft zu kurz kommt: Die individuelle, gezielte Förderung der fachlichen Leistung. Fast einhundert Prozent der Eltern und Kinder sind überzeugt, dass der Nachhilfelehrer sich gut auf Stärken und Schwächen der Schüler einstellen könne und seine Förderung demnach ausrichten würde. Daran, dass das auch dem Klassenlehrer gelingt, glaubt dagegen nur jeder dritte Befragte.
Die Ergebnisse geben dieser positiven Einschätzung recht: Nachhilfe funktioniert. Verschiedene Untersuchungen, unter anderem eine Studie der Stiftung Warentest, haben herausgefunden, dass zwischen 70 und 80 Prozent aller Nachhilfeschüler ihre Noten verbessern konnten, manche mehr, manche etwas weniger.
Erstaunlich: Auch in Fächern, in denen gar keine Nachhilfe stattfand, verbesserten sich teilweise die Noten. Das weist auf einen weiteren Nebeneffekt der privaten Paukerei hin. Neben dem eigentlichen Fächerwissen lernen Schüler auch Anstrengungsbereitschaft, selbstständiges Lernen und erwerben bessere Lernstrategien, alles Fähigkeiten, die ihnen in jedem Fach zu gute kommen.
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