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Wissen und Bildung

Spielerische Sprachförderung im Elternhaus



von Alexandra von Plüskow

Auf die Wörter, fertig, ... los! An Finns Schule wird seit einigen Jahren eine so genannte "Sprachförderung" angeboten. An diesen Kursen nehmen vor allen Dingen Kinder mit einem Migrationshintergrund und Kinder mit massiven Defiziten im sprachlichen Bereich teil. Finn selbst kann sich sprachlich treffend ausdrücken und er verfügt über einen sehr guten Wortschatz – und trotzdem denkt seine Mutter manchmal darüber nach, wie sie ihn zu Hause in seiner sprachlichen Entwicklung anregen und fördern kann. Übertriebener Ehrgeiz – oder vielleicht doch eine gute Idee? Sie ist sich da nicht ganz sicher.

Was ist "Schulische Sprachförderung"?

Die "(Vor-) Schulische Sprachförderung" ist – nachdem 2003 die Ergebnisse der ersten PISA-Studie vorgestellt wurden - gang und gäbe in deutschen Grundschulen und Kindergärten. Im schulischen und vorschulischen Bereich gelangen in der Regel nur Kinder mit massiven Defiziten im sprachlichen Gebiet oder aber Kinder mit Migrationshintergrund, die die deutsche Sprache nicht ausreichend sicher sprechen, an eine sprachliche Förderung. Zumeist speziell ausgebildete Lehrkräfte und Erzieherinnen arbeiten hier mehrmals in der Woche mit den Kindern in Kleingruppen zusammen. Dabei geht es überwiegend darum, genau hören und sprechen zu lernen, den Wortschatz zu erweitern, grammatische Strukturen kennen zu lernen und mit anderen zu kommunizieren. Die "(Vor-) Schulische Sprachförderung" erfolgt also in einer vertrauten Atmosphäre, die den Kindern Geborgenheit vermittelt. Dabei lernen sie ganz spielerisch wichtige sprachliche Inhalte. Eines kann die "(Vor-) Schulische Sprachförderung" allerdings nicht leisten: Sie kann keine massiven Sprachstörungen beheben. Deshalb werden Kinder mit diesen Störungen an Fachkräfte wie Logopäden vermittelt, die ganz gezielt helfen können.

Sprachförderung zu Hause

Sollte Ihr Kind nicht an einer Sprachstörung leiden, so können Sie eine sprachliche Förderung natürlich ebenso zu Hause einsetzen. Dies gilt auch für Kinder, die über einen ausreichenden Wortschatz verfügen. Die sprachliche Förderung im Elternhaus sollte sich vornehmlich auf die Bereiche der Kommunikation und der Wortschatzerweiterung beziehen. Diese Form der Sprachförderung sollte ganz nebenbei in den familiären Alltag integriert werden. Etwa bei der Hausarbeit, beim Autofahren oder aber beim Einkaufen bieten sich Anlässe, die Sprache Ihres Kindes spielerisch zu fördern.

Vorbild sein

Zunächst einmal sollten Sie über Ihren eigenen Umgang mit der Sprache und dem Sprechen reflektieren. Sprechen Sie selbst gerne? Haben Sie Freude daran, Dinge zu umschreiben? Beantworten Sie die Fragen Ihres Kindes eher genervt und abweisend – oder macht es Ihnen Spaß, mit ihm Dinge zu erörtern und zu diskutieren?
Wenn Sie Ihr Kind im sprachlichen Bereich fördern möchten, so müssen Sie sich darüber im Klaren sein, wie wichtig Sie als sprachliches Vorbild sind. Sprechen Sie deutlich und am besten mit einem variationsreichen Wortschatz. Begleiten Sie die Handlungen Ihres Kindes verbal in einem normalen, gemäßigten Tempo. Gehen Sie auf die Fragen und Äußerungen Ihres Kindes ein – und spinnen Sie gemeinsam Geschichten mit ihm weiter. Ihre Bereitschaft, auf die sprachlichen Äußerungen und Entdeckungen Ihres Kindes einzugehen, hat einen massiven Einfluss auf die Kommunikation und den Wortschatz Ihres Sprösslings. Im Alltag trifft Ihr Kind immer wieder auf ihm unbekannte Wörter. Förderlich ist es hier, diese Begriffe durch Bilder zu veranschaulichen. In Geschichten oder Reime "verpackte" neue Wörter, vergessen Kinder in der Regel seltener.


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Alexandra v. Plüskow ist ausgebildete Grundschullehrerin und hat einige Jahre lang an zwei Lüneburger Grundschulen gearbeitet. Als zweifache Mutter befindet sie sich in der Elternzeit. Derzeit arbeitet sie als freie Fachjournalistin und Referentin für mehrere Verlage und Zeitschriften. E-Mail
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