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Entwicklung und Erziehung

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deutsch-türkischer Schüleraustausch



von Janna Degener

Wussten Sie, dass man in der Türkei die Schuhe ausziehen sollte, bevor man ein Haus betritt und dass Naseputzen in der Öffentlichkeit dort als unhöflich gilt? Stimmt es, dass der Döner gar nicht in der Türkei, sondern in Deutschland erfunden wurde? Und wo liegen eigentlich Konya und Mersin?

Obwohl es zwischen Deutschland und der Türkei historisch und politisch sehr enge Beziehungen gibt, wissen wir hierzulande oft wenig über das Leben in der modernen Türkei. Die Robert Bosch Stiftung fördert seit Juni 2009 deutsch-türkische Schüleraustauschprojekte, damit deutsche und türkische Jugendliche mehr über beide Länder erfahren und untereinander Kontakte knüpfen können.

Viele deutsch-türkische Schulpartnerschaften existieren schon seit vielen Jahren, doch oft haben die Eltern hier wie dort nicht die finanziellen Mittel, um Besuche und Gegenbesuche zu ermöglichen. Schon seit längerem bietet der Pädagogische Austauschdienst einen Zuschuss zu den Flugkosten der türkischem Schüler und der Begleitlehrkräfte an, auch Flugkosten für Vorbereitungstreffen der Lehrer können gefördert werden.

Mit dem Programm der Robert Bosch Stiftung ist jetzt eine noch umfassendere Förderung möglich. Auch neue Partnerschaften werden unterstützt. Die Nachfrage durch die Schulen ist viel höher als erwartet  zur Zeit werden zehn Partnerschaften gefördert, weitere Anträge werden ab Frühjahr 2010 wieder angenommen. "Wir hatten weit mehr Interessenten als verfügbare Plätze bei der Anmeldung", erzählt etwa die Lehrerin Bettina Grosser vom Goethe Gymnasium in Emmendingen. Die großen Anstrengungen, die so ein Austausch für die Lehrer bedeutet, war das Erlebnis in ihren Augen auf jeden Fall wert. Auch die Lehrer der UNESCO-Schule Kamp-Lintfort und der Schrenzerschule Butzbach zeigen sich begeistert und betonen ihre Dankbarkeit für die großzügige finanzielle Unterstützung durch die Stiftung.

Für das Programm können sich jeweils eine deutsche und eine türkische Schule bewerben, um ein gemeinsames Projekt fördern zu lassen. Schulen, die noch keinen Austauschpartner in der Türkei haben, sollten erst Kontakt zu einer geeigneten Schule suchen. Dabei hilft der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz mit der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" und der virtuellen Partnerschulbörse "Partnerschulnetz".

Die Projektideen entwickeln die Schüler der beiden Partnerschulen gemeinsam auf der Basis ihrer Interessen und Talente. Von Theater- und Musikaufführungen über die Recherche zu gesellschaftlichen und politischen Themen bis hin zu handwerklichen Projekten alles möglich.

Zur Zeit erstellen zum Beispiel zwei Partnerschulen ein deutsch-türkisches Kochbuch mit einem kleinen Tischsitten-Knigge, während im Rahmen einer anderen Partnerschaft östliche und westliche Stilelemente in einem gemeinsamen Musikprojekt zusammengeführt werden und wieder andere die ländliche Struktur des Schwarzwalds mit der großstädtischen Struktur Istanbuls vergleichen.

Franziska Brück und Björn Gatz, die die neunte Klasse der Schrenzerschule Butzbach besuchen, erzählen begeistert von ihrem Antalya-Aufenthalt: "So eine Gastfreundschaft hatte ich noch nie erlebt", erzählt Björn. "Die haben uns quasi die Wünsche von den Augen abgelesen, bevor wir sie überhaupt hatten." Überrascht hat ihn, dass das Familienleben in seiner Gastfamilie nicht strenger organisiert ist als in seiner deutschen Familie und es auch dass keine ausgeprägtere Rollenaufteilung zwischen Frau und Mann gibt als in Deutschland. Besonders gut haben Franziska und Björn die Ausflüge zum Amphitheater von Aspendos und die Bootsfahrt zu einem Wasserfall gefallen.

Franziska wollte schon vor zwei Jahren am Austauschprogramm teilnehmen, ihre Eltern hatten allerdings zu viel Respekt davor, die damals Zwölfjährige in die Türkei reisen zu lassen. "Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen", betont die Schülerin heute. "Das Programm ist wirklich super organisiert".


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