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Entwicklung und Erziehung



von Ulrike Lindner

Weiterbildung für Eltern: Triple P Einer der Klassiker unter den Erziehungsprogrammen ist Triple P. Es wird von zahlreichen Beratungsstellen, Familienhäusern, Kitas und Trägern wie Caritas, Diakonie, DRK und vielen anderen angeboten. Je nach Ausrichtung gibt es Triple P als Gruppentraining, Kurzberatung, Einzeltraining oder Teen Triple P.

Entwickelt wurde Triple P – die drei P stehen für Positive Parenting Program - an der Universität Brisbane in Australien. Das Erziehungsprogramm gibt konkrete Anregungen zur Bewältigung der ganz alltäglichen Herausforderungen wie Ungehorsam, Wutanfälle, Schlaf- und Essprobleme, Aggressionen und Gequengel.

Was steckt dahinter?

Die positive Erziehung nach Triple P hat das Ziel, die kindliche Entwicklung zu fördern und mit kindlichem Verhalten in einer konstruktiven, nicht verletzenden Art und Weise umzugehen. Grundlage dafür sind Zuwendung und eine angemessene Kommunikation. Eltern können ihren Kindern damit helfen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und ein positives Selbstbild aufzubauen.

Das australische Erziehungsprogramm zeigt Schritt für Schritt, wie Eltern das Verhalten ihrer Kinder lenken können. Grundgedanke ist es, erwünschtes Verhalten mit Lob zu unterstützen und auf unerwünschtes Verhalten sofort und konsequent zu reagieren. Logische Konsequenzen, die nach Möglichkeit im direkten Zusammenhang mit dem jeweiligen Verhalten stehen, sollen dazu führen, dass Kinder unerwünschtes Verhalten ablegen.

Bekannt wurde ein Instrument aus dem Triple P, der „Stille Stuhl“ oder die so genannte „Auszeit“, durch die Fernseh-Nanny. Beim Stillen Stuhl geht es darum, Kinder unter Umständen aus einer Situation herauszunehmen. Die Auszeit funktioniert ähnlich. Wenn andere Konsequenzen nicht wirken, muss das Kind für wenige Minuten ruhig im selben Raum sitzen (beim Stillen Stuhl) oder in einen anderen Raum gehen (bei der Auszeit).

Was tun, wenn... mein Kind sich weigert aufzuräumen?

Triple P setzt zunächst auf das gute Beispiel. Eltern, die sich wünschen, dass ihr Kind das Aufräumen lernt, sollten selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Wann und wie viel auf einmal aufgeräumt wird, sollte sich auch am Alter des Kindes orientieren. Kindergartenkinder können weniger bewältigen und verlieren leichter den Überblick als ältere Kinder. Die Aufforderung sollte dann konkret und ruhig gegeben werden: „Anna, leg deine Stifte weg und räum die Bastelsachen in die Schachtel.“

Elterliche Hilfe, wenn nötig, und konkretes Lob, wenn das Kind der Aufforderung folgt, sollen das Verhalten belohnen. Wenn sich das Kind weigert, der Aufforderung nachzukommen, wird sie zunächst wiederholt. Kommt das Kind auch der zweiten, ruhig vorgebrachten Aufforderung nicht nach, folgt die Konsequenz: „Ich hatte dir gesagt, dass du aufräumen sollst. Das hast du nicht getan. Deshalb setzt du dich jetzt auf den Stillen Stuhl.“ Wichtig: Nach dem Stillen Stuhl oder der Auszeit soll das Kind mit dem Aufräumen fortfahren. Tut es das, wird gelobt, wenn nicht wird die Konsequenz des Stillen Stuhls oder, als Steigerung, der Auszeit, wiederholt.


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Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin und lebt mit Mann und zwei Kindern in Wolfenbüttel. E-Mail
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