


von Monika Wittmann
Die Pisa-Debatte hat viele Eltern verunsichert. Wie fördere ich mein Kind optimal? Früh-Englisch, Mathekids, Musikschule,...? Doch der Grundstein für schulischen Erfolg wird schon viel früher gelegt – beim Krabbeln, Hopsen, Buddeln usw.
Ein Mensch kommt mit rund 100 Milliarden Nervenzellen im Gehirn zur Welt. Wie leistungsfähig diese sind, hängt von der Zahl der Verknüpfungen zwischen den einzelnen Zellen ab. Intelligenz ist vermutlich nichts weiter als ein gut funktionierendes Netz von Nervenbahnen.
Bewegung erschließt dem Gehirn viele verschiedene Sinnesreize und aktiviert die körpereigenen Datenkanäle. Beim Spielen und Toben be-greifen Kinder die Welt im wahrsten Sinne des Wortes.
Verkümmerte Sinne
Leider ist Bewegung heute nicht mehr für alle Menschen selbstverständlich. Stadtkinder können nicht einfach zum nächsten Bach laufen und herum plantschen.
Nach der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung müssen sich Kinder täglich zwei bis drei Stunden austoben, damit ihre Sinne nicht verkümmern. Stattdessen verbringen viele Heranwachsende einen Großteil ihrer Freizeit passiv. Im Schnitt haben 14jährige heute 18.000 Stunden ihres Lebens vor dem TV-Gerät abgesessen.
Ärzte und Therapeuten erkennen einen Zusammenhang zwischen mangelnder Bewegung und Lernstörungen. Neueste Ergebnisse der Gehirnforschung zeigen zum Beispiel, dass es eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Sprachzentrum und der Handgeschicklichkeit gibt.
Monika Wittmann absolvierte ein Redaktionsvolontariat bei einer Tageszeitung. Anschließend studierte sie Journalistik und Portugiesisch in München und lebte mehrere Jahre in Portugal. Heute arbeitet sie als freie Journalistin mit den Themenschwerpunkten Psychologie, Gesundheit, Wissen und Kinder für verschiedene Print- und Online-Medien.
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